Ehemaliges Zaramisches Imperium

Das Zaramische Imperium war bis vor etwa 150 Jahren die unumstrittene Macht im ganzen zivilisierten Westen Lorions.

Das Reich erstreeckte sich von der Sturmküste im Westen bis hin zu der Landenge von Gorav an der Grenze zum Wilden Osten. Nördlich grenzte es an die Gefrorenen Weiten und die Königreiche der Hochelfen, im Süden umfasste es fast die gesamte Küste des Golfs von Lorion, mit Ausnahme der Koradischen Halbinsel.

Der Herrscher des Impreriums war der Gottkaiser von Zaram, ein mächtiger Psioniker, der seiner körperlichen Hülle entsagte und so Unsterblichkeit erlangte.
Als ein mächtiges Spirituelles Wesen regierte er die Belange des Reiches von seinem Thron in der Hauptstadt Zaras aus und konnte durch sein millitärisches Geschick und seinen scharfen Verstand in zahllosen Schlachten den Großteil der Lande Lorions erobern.

Unter der Herrschaft Zarams kam Wohlstand und Sicherheit selbst in die entlegensten Gebiete, die ehemals Heimat von barbarischen Horden waren und es verbreiteten sich moderne Technik, wie z.B. Straßenbau, Architektur, oder moderne Werkzeuge. Zudem wurden viele Akademien der Psionik im ganzen Land gegründet, sodass dieses Wissen allseits zugänglich wurde.

Die Herrschaft Zarams war eine sanfte und weise. Die Provinzen durften ihre alte Kultur, Religion und Regierungsstruktur größtenteils beibehalten, es wurde lediglich verlangt, den Gottkaiser Zarams als einen Hauptgott anzuerkennen und seine Unterwürfigkeit gegenüber dem Imperium deutlich zu machen. Damit verbunden waren verschiedene Abgaben, die jedoch flexibel an die Möglichkeiten jeder Provinz angepasst wurden, sodass selten der Eindruck von Ausnutzung und Despotismus entstand.
Zaramische Vertreter wurden als ein Kontrollmechanismus in alle Provinzen entsandt, sie unterstanden direkt dem Kaiser und alle Entscheidungen der Provinzkönige und anderer Oberhäupter mussten von ihnen bewilligt werden. Diese sogenannten Friedensbewahrer verhielten sich jedoch meist passiv und schritten nur ein, wenn aggressive oder dem Imperium auf andere Weise schädliche Tendezen zu erkennen waren.

Der Zaramische Kult um den Gottkaiser wuchs in der Zeit des Imperiums stetig zur wichtigsten Religion an, war imgrunde aber eher eine philosophische Weltanschaung.
Der Kaiser wurde als erleuchtetes und gottgleiches Wesen angebetet, durch dessen Führung ein jeder die Einschränkungen des Körpers im Tode überwinden konnte.

Seine Kirche war zahlreich und teilten sich in zwei Lager:

  • Die Kriegsklingen waren ein Orden von kämpferisch ausgebildeten Klerikern, welche in voller Rüstung und schwer bewaffnet in die Schlacht zogen um den Zorn des Gottkaisers unter den ungläubigen zu verbreiten.
  • Die Geistesheiler waren akademisch gebildete Priester, die dem gemeinen Volke als ansprechpartner, Heiler und geistige Führer dienten.

Zudem gab es viele psionische Orden, welche beide Lager der Kirche in ihrer Arbeit unterstützten, sowohl auf dem Schlachtfeld, als auch im Herzen der Städte. Besonders fähige Anhänger des Kultes beschäftigten sich mit beiden Disziplinen und wurden zu Waffen des Geistes und Glaubens zugleich, die in der ganzen Welt seinesgleichen suchten, oder zu großen Philosophen und Gelehrten.

Eine besonderheit des Zaramischen Kultes ist sein Anspruch ein allumfassender Glaube zu sein, der sich nicht auf Schöpfungsmythen und Pantheons bezieht, sondern auf die spirituelle Kraft in jedem einzelnen. Die Anhänger versuchen in ihrem Streben nach Perfektion dem Gottkaiser nachzueilen und so entstanden verschiedene Orden, in denen die Anbetung bestimmter Aspekte der Allmacht des Kaisers praktiziert wird.

Der Zerfall des Imperiums

Vor ca. 250 Jahren verschwand der Gottkaiser von Zaram plötzlich. Seine Priester berichteten von einem “Aufstieg in höhere Sphären”, doch das Volk fühlte sich verraten und verlassen.
Schnell wurden Verschwörungstheorien verbreitet, nach denen der angeblich unsterbliche Gott gar keiner war. Selbst die tief gläubigen waren erschüttert, sie konnten diese plötzliche Abkehr ohne ein letztes Wort der Führung nicht verstehen.
Da der Gottkaiser keine sterbliche Hülle hinterließ und seine Priester auch nicht imstande waren ihn ins Leben zurückzuholen, wurde nach einem Jahr des Wartens eine Offizielle bestattung vorgenommen und sein direkter Nachfahre Vorus bestieg den Thron in seinem Namen.
Der neue Kaiser von Zaram maßte es sich jedoch nicht an, den Titel eines Gottes zu übernehmen.

siehe: Tod des Gottkaisers

Schnell verschlechterte sich die Lage im Reich, da die stetige Präsenz und Kontrolle des Gottkaisers im Lande verschwand und somit Korruption und Intrigen die Tür geöffnet wurde.
Der Kaiser war mit der Größe seines Reiches überfordert und musste auf die Dienste seiner vielen psionischen Berater zurückgreifen, um mit seinen Vertretern in weit entfernten Provinzen zu kommunizieren, was in manchen Fällen ihre Möglichkeiten überstieg und dazu führte, dass herkömmliche Arten des Informationsaustausches genutzt werden mussten.

Ohne das stetige auge des Gottkaisers und mit der schwindenen Autorität seiner Vertreter wuchs vor allen in entlegenen Provinzen das Bedürfniss sich der Herrschaft Zarams zu entsagen, und es kam zu Bürgerkriegen und Revolutionen.

Im Laufe des nächsten Jahrhunderts zerfiel das Reich mit rasender Geschwindigkeit, da es eine Abhängikeit von den nun fehlenden Abgaben entwickelt hatte. Aufgrund dieser finanziellen Kriese konnte die riesiege Streitkraft von Zaram nicht mehr mit qualitativer Ausrüstung versorgt werden und ihr Unterhalt erwies sich auch als schwierieg. In vielen kleinen Gefechten wurden die Resourcen langsam aufgezehrt und das Reich musste Provinz um Provinz an die Freiheitskämpfer aufgeben.
Nach den ersten verlorenen Schlachten verbreitete sich die Kunde wie ein Lauffeuer und in ehemals loyalen Bürgern erwuchs ein neues Bedürfnis nach Freiheit.

Erschwerend kam hinzu, dass das plötzliche verschwinden ihres Gottes viele seiner Anhänger in eine tiefe Glaubenskriese stürtzte und dazu führte dass ihre klerikale Macht schwand. Einige überwanden dies mit einer Konzentration an die Grundsätze der Selbstverbesserung und der inneren Kraft, doch viele entsagten ihres Gottes und wanden sich anderen Gottheiten zu, die mit einfacherer Macht lockten. In ihrer Wut suchten manche sogar Hoffnung in der Anbetung von Dämonen und dunklen Göttern.

siehe: Zaramische Unabhängigkeitskriege; Liste der Zaramischen Herrscher

Die Heutige Situation

Nach einer langen Zeit des Krieges einigte sich das Imperium vor 110 Jahren mit den Führern der Freiheitskämpfer auf ein Entsagen jeglicher Herrschaftsansprüche über alle in der Vergangenheit eroberten Gebiete.
Lediglich das Kerngebiet des Imperiums rund um die Stadt Zaras, sowie die nahe gelegene Provinz Salarim blieben dem Reich treu und entsagten nicht seiner Herrschaft.
Durch diese diplomatische Lösung konnte das Imperium von Zaram seiner Vernichtung entgehen und in seiner heutigen Form weiterbestehen.
Kaiser Lakarim, dritter Kaiser des Imperiums nach dem Tod seines Gründers und Enkel von Kaiser Vorus entsagte des Kaisertums und formte das Reich um. Er ernannte seinen Sohn Varanil zum König des neuen Königreich Zaram und zog sich selbst in ein Kloster zurück.

Ehemaliges Zaramisches Imperium

Lorion Sertaki