Religion

Hier soll anhand eines Buchauszugs ein allgemeiner Überblick über die Grundidee der Religion als solches, ihre Besonderheiten und die Diskussion über ihren Sinn geliefert werden, spezifisch für Lorion und seine Einwohner.

Weiterführende Informationen:
Religion in Ustaliv
Zwergischer Glaube
Glaube der Goldzwerge
Religion Zarams
Liste der Götter und Kulte

Religion

Die meisten Bewohner von Lorion sind sich bewusst, dass ihre Welt voller spiritueller Energie ist.
Geisterwesen sind allgegenwärtig, wenn auch meist unsichtbar, doch sie beherrschen viele Aspekte des Lebens. Gut gesinnte Geister können hilfreiche Eingebungen im Schlaf einflüstern, für eine kühle Briese an einem heißen Tag sorgen, oder jemanden vor Unglück und Schaden beschützen. Doch genauso gibt es Geister, die von Hass und Trauer zerfressen sind und allem Leben nichts als Schaden und Leid bringen wollen.
Den begriff „Geist“ sollte man jedoch nicht besonders wörtlich nehmen, denn nicht jedes Geisterwesen ist die umherstreifende Seele eines Verstorbenen, obwohl das durchaus vorkommt.

Denn in Lorion ist alles von spirtueller Energie erfüllt. Jedes Tier, jeder Stein, Baum, Bach, und sogar unbelebte und hergestellte Gegenstände. Dieser göttliche Funke ist eine allgegenwärtige Macht in der Welt und es entstehen ständig neue Geisterwesen, die über bestimmte Orte wachen, oder bestimmte Ideen personifizieren.
Natürlich ist die Macht und spirituelle Präsenz von Geist zu Geist unterschiedlich, denn die meisten sind nichts weiter als ein schwacher Lebensfunken, der erst mit der Zeit groß und mächtig wird.
Die Seelen von lebenden Wesen, besonders Tieren sind indes oftmals von Beginn an erfüllt von Bewusstsein und verbleiben nach dem Tod manchmal als Beschützer oder treibende Kraft in einem Gebiet. So sind Wälder erfüllt von den Präsenzen längst toter Tiere und der Geist eines alten Braunbären kann ein mächtiger Schutzpatron sein, dem sich wenige entgegenstellen wollen.
Feenwesen sind auch dieser Kategorie von Geisteswesen zuzuschreiben, sie sind die spirtuelle Energie der Natur in personifizierter Gestalt. Dabei repräsentieren sie sowohl die wohlwollende Seite der Natur, als auch ihre zornige und destruktive.
Schamanismus, also die Anbetung der Geister und Ahnen ist eine sehr weit verbreitete Praktik unter den Einwohnern von Lorion, vor allem in Stammesgesellschaften, aber auch in Randgebieten der Zivilisation. Doch selbst im innersten Bereich der größten Metropolen wird die natürliche Welt immer noch respektiert und ihr Zorn gefürchtet, wenn auch die direkte Anbetung dort nur noch von wenigen durchgeführt wird.
In solchen Gegenden sind verschiedene Religionen verbreitet, in denen die Anbetung eines oder mehrerer Götter im Zentrum steht. Die meisten dieser Religionen sind im Laufe der Zeit zu einem großen System von Göttern vereinigt worden, wobei jeder einzelne zwar einen oder mehrere Götter als besonders wichtig ansieht, jedoch die Existenz der meisten anderen ebenso nicht bestreitet.
Doch im Vergleich zu dem Schamanismus, der auf direkte Geisteraktivitäten und verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten verweist, die jedem offen stehen, können diese Götterkulte weit weniger direkte Beweise für die Macht und Existenz ihrer Götter liefern.
Priester und Kleriker versichern der Bevölkerung zwar, dass ihre Götter sich um die Welt kümmern und in ihrer unendlichen Macht weit wichtiger sind, als die vielen ubedeutenden Geister, und verweisen auf die ihnen verliehen Macht als Beweis dafür, doch können sie nicht leugnen, dass Götter meist keinen direkten Einfluss auf den Lauf der Welt nehmen, sondern jegliche Macht nur durch ihre Priester wirksam machen.
Schamanen und Druiden hingegen verbreiten die Lehre, dass die Macht der Geister keinesfalls direkt durch sie fließt, sondern diese ihnen vielmehr beibringen, selbst die Macht der Natur zu nutzen. Aus diesem Grund gibt es eine weit verbreitete Meinung, dass jegliche klerikale Magie nach dem gleichen Prinzip funktioniert, und jene die sich auf die Macht der Götter berufen eigentlich diese Macht aus dem eigenen Glauben und ihrer Überzeugung entwickeln.
Diese Meinung wird weiter gestützt durch verschiedene Schulen der Philosophie, welche keinerlei Götter anbeten und trotzdem über klerikale Magie verfügen, die sie aus ihren Studien und ihrer Überzeugung beziehen. Es gibt sogar Organisationen, die klerikale und andere göttliche Zauber systematisch ordnen, recherchieren und wie Magier mit ihnen umgehen.

Dies alles führt zu der weit verbreiteten Meinung, vor allem in Gegenden, die näher zum Schamanismus stehen, dass die sogenannten „allmächtigen Götter“ entweder nicht existieren (schwer durchzusetzen, da Kommunikation mit ihnen belegt ist), oder einfach nichts weiter sind als Sterbliche, die es geschafft haben eine höhere Ebene der Existenz zu erlangen und nun zwar über große Macht verfügen, aber dennoch greifbare Personen bleiben.
Diese Ansichten werden durch einige Religionen stark unterstützt, da diese nichts anderes Behaupten, als dass ihr Gott ein Sterblicher war, der durch Transzendenz göttlich wurde.

Zu erwähnen ist noch, dass es zu jedem Aspekt des Lebens oftmals verschiedene Götterkulte gibt, die jedoch alle behaupten, ihr Gott sei der einzige und wahre Herrscher über seine Domäne.
Gelehrte spekulieren, dass solche Überlappungen nichts ausgeschlossenes sind, schließlich sei es ja durchaus möglich, dass Götter sich die Arbeit teilen. Doch auch wenn dies nicht der Fall sein sollte (und unter der Voraussetzung, dass göttliche Magie tatsächlich von Göttern gewährt wird), wäre es ihrer Meinung nach möglich, dass ein Gott allen, die seine falschen Aspekte anbeten trotzdem seine Unterstützung gewährt – solange die Grundideen des Glaubens gewahrt bleiben.

siehe: Liste der Götter und Kulte

Eine Tatsache, die abseits von Diskussionen über das Wesen der Göttlichkeit steht, sind jedoch die spirituellen Kräfte, die allem innewohnen.
Selbst die unwichtigsten Gegenstände können nach jahrelanger Nutzung ein Eigenleben entwickeln, und magische Qualitäten annehmen.
Natürlich ist es einfacher, solche latenten Energien durch gezielte Verzauberung zu formen und in eine Bestimme Manifestation zu lenken, doch das Potenzial ist von Anfang an da und kann sich auch ohne Hilfe entwickeln.
Oftmals gehen solche Gegenstände eine Art Bindung mit den Lebewesen ein, denen sie gehören oder von denen sie oft benutzt werden, sodass das Signaturschwert eines Königsgeschlecht seine magischen Eigenschaften erst in den Händen eines wahren Erben erweckt.
Manchmal werden die spirituellen Energien eines Gegenstands jedoch auch in einem Moment erweckt, wenn dieser Gegenstand einen Teil zur Änderung des Laufs der Geschichte beitrug. Ein Schild kann durchaus magisch werden, wenn er jemandem auf unwahrscheinliche Weise das Leben rettet.

siehe: Animismus und Magische Gegenstände

– Varius Magnarilak D’enkaris von Argum
Oberster Historiker des Orden Alaridu, Königliche Bibliothek von Ashtar
Auszug aus “Magie und Religion, Ein Überblick für Schulkinder”

Nachtrag:
Im Falle der sogenannten Eisernen, einer vor kurzem erweckten Rasse von intelligenten Konstrukten, handelt es sich streng genommen ebenfalls um Gegenstände, deren spirituelle Energie ihnen magische Eigenschaften und ein Bewusstsein beschert. Die genauen Mechanismen der Energieintensivierung oder Konzentration, die zur Geburt eines Eisernen führen sind unklar und noch nicht nachvollziehbar, es ist lediglich belegt, dass die uralten Anweisungen funktionieren.
Die Exitenz der Eisernen ist wohl einer der größten Beweise für die spirituelle Energie unserer Welt.

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Lorion Sertaki